Bundesfinanzhof, Urteil vom 29.11.2017, Az. II R 14/16 – keine Erbschaftsteuerbefreiung für den Erwerb eines Anspruchs auf Verschaffung von Eigentum an einem Familienheim

Selbstgenutzte Immobilien („Familienheime“) können zwischen Eheleuten und Lebenspartnern grundsätzlich steuerfrei nach § 13 Abs. 1 Nr. 4 b S. 1 ErbStG steuerfrei vererbt werden. Voraussetzung ist, dass der Erblasser das Familienheim bis zum Erbfall zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat oder an der Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken aus zwingenden Gründen gehindert war und das Familienheim beim Erwerber unverzüglich zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken bestimmt ist. Klarstellend hat der BFH nun entschieden.

Anspruch auf Vorlage eines notariellen Nachlassverzeichnisses trotz Dürftigkeitseinrede des Erben bei Kostenübernahme durch den Pflichtteilsbrechtigten

OLG München, Urteil vom 01.06.2017 - 23 U 3956/16

Dem Pflichtteilsberechtigten steht ein Anspruch auf Auskunft über den Bestand des Nachlasses des Erblassers zu. Er kann vom Erben sowohl die Erstellung eines privatschriftlichen Nachlassverzeichnisses verlangen als auch – etwa wenn er sich nicht nur auf die Angaben des Erben verlassen möchte – die Vorlage eines notariellen Nachlassverzeichnisses beanspruchen. 

Neues zur Erbschaftsteuer für im Inland belegenes unbewegliches Vermögen

Beschränkt Steuerpflichtigen steht für den Erwerb beim Tod des Ehegatten der Freibetrag nach § 16 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG in Höhe von 500.000 € unabhängig vom Anteil des inländischen Vermögens am Gesamterwerb in voller Höhe zu (Bundesfinanzhof, Urteil vom 10.05.2017, Az. II R 53/14)

Eltern können ihren Kindern eine selbstbewohnte Immobilie unter bestimmten Umständen erbschaftsteuerfrei vererben. Dies setzt jedoch voraus, dass die Kinder nach dem Erbfall die Selbstnutzung fortführen und mindestens 10 Jahre beibehalten. Zum Begriff der Selbstnutzung hat der Bundesfinanzhof in seiner jüngsten Entscheidung Stellung genommen.

Europäische Erbrechtsverordnung – welches Erbrecht gilt?

Seit dem 17.08.2015 regelt die Europäische Erbrechtsverordnung, welches Erbrecht bei einem internationalen Erbfall anzuwenden ist. Gerichte und andere Organe der Rechtspflege haben in den Staaten der EU (außer im Vereinigten Königreich, in Irland und in Dänemark) danach zu beurteilen, welches nationale Recht zur Anwendung kommt, wenn ein Erbfall einen Auslandsbezug hat.

Immobilien in Österreich: Höhere Steuern bei Erbschaft bzw. Schenkung

In Österreich steht eine Steuerreform bevor, welche dem Grunde nach überwiegend ausländische Immobilieneigentümer im Erb- oder Schenkungsfall hart treffen dürfte. Lassen Sie daher prüfen, ob Sie durch zeitnahe Übertragung von österreichischem Immobilienvermögen steuerliche Vorteile erzielen können!

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